Rep. Tony Gonzales kündigt Rücktritt aus dem Kongress an nach parteiübergreifenden Forderungen zur Amtsenthebung
Der texanische Republikaner zieht sich zurück, nachdem er ein Geständnis zu einer Affäre mit einer Mitarbeiterin abgegeben hatte und das House Ethics Committee eine Untersuchung eingeleitet hat.
- Gonzales kündigte am Montag seinen Rücktritt an
- das Ethikgremium untersucht Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegenüber einer Mitarbeiterin.
Nach Angaben hat der republikanische Abgeordnete Tony Gonzales aus Texas am Montag erklärt, dass er aus dem Kongress ausscheiden werde. Zuvor hatte er bereits angekündigt, nicht erneut für das Repräsentantenhaus zu kandidieren, nachdem er eine Affäre mit einer Mitarbeiterin eingeräumt hatte, die später Suizid beging. In seiner Mitteilung schrieb Gonzales, es gebe eine Zeit für alles und er vertraue auf Gottes Plan; er kündigte an, beim nächsten Zusammentreten des Kongresses seine Amtsniederlegung einzureichen.
Im Mittelpunkt der Krise steht ein laufendes Verfahren des House Ethics Committee. Die Vorsitzenden beider Parteien auf dem Gremium hatten mitgeteilt, ein Untersuchungspanel werde klären, ob Gonzales sexualisierte Verfehlungen gegenüber einer Angestellten begangen oder ihr besondere Vorteile gewährt habe. Unter den Hausregeln ist es Abgeordneten untersagt, sexuelle Beziehungen mit unterstellten Mitarbeitern einzugehen, was die Untersuchungen in eine klare verfahrensrechtliche Richtung lenkt.
Zugleich hatten führende Republikaner Gonzales bereits gedrängt, nicht erneut zu kandidieren, um die Erfolgsaussichten der Partei in seinem stark republikanischen Heimatwahlkreis bei den kommenden Zwischenwahlen nicht zu gefährden. Gonzales betonte, er werde sein Amt nicht sofort niederlegen, nannte jedoch keinen konkreten Zeitpunkt oder Übergangsregelungen für das Ausscheiden. Er sagte, es sei ihm eine Ehre gewesen, Texas zu dienen, und machte keine weitergehenden Angaben zu den Vorwürfen.
Inzwischen löste Gonzales' Rückzugsankündigung auch zusätzliche politische Reaktionen aus. Zeitgleich hatten weitere Rücktrittsankündigungen und Vorwürfe gegen einen anderen Abgeordneten das Thema sexuellen Fehlverhaltens im Kongress in den Fokus gerückt. Abgeordnete beider Parteien äußerten sich öffentlich zur Notwendigkeit, in Fällen mutmaßlichen Fehlverhaltens gegenüber Angestellten entschieden vorzugehen, und es wurden Absichten genannt, Entlassungs- beziehungsweise Ausschlussanträge zu prüfen.