RFK Jr. bei Haushaltssitzung heftig kritisiert – Abgeordnete sprechen von ‚gefährlichen Verschwörungstheorien‘
Bei einer Anhörung des Haushaltsausschusses sah sich Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. scharfer Kritik ausgesetzt – Streitpunkte waren Impfstoffsicherheit und Änderungen bei Präventionsempfehlungen.
- Demokraten prangerten Fehlinformationen und das Übergehen von Experten an
- die Auseinandersetzung drehte sich unter anderem um einen Masernausbruch und die Streichung der generellen Hepatitis‑B‑Empfehlung für Neugeborene
Nach Angaben von Teilnehmern geriet Robert F. Kennedy Jr. bei der Anhörung des Haushaltsausschusses am Donnerstag schnell in einen heftigen Schlagabtausch mit Abgeordneten über Impfstoffe, öffentliche Gesundheit und geplante Haushaltskürzungen. Die Debatte drehte sich vor allem um Aussagen des Gesundheitsministers zur Sicherheit von Impfungen sowie um jüngste Änderungen bei Behördenempfehlungen, die Kritiker als riskant einstufen.
Im Mittelpunkt der oft angespannten Befragung standen Vorwürfe, Kennedy verbreite Fehlinformationen und ignoriere wissenschaftliche Expertise. Mehrere demokratische Abgeordnete forderten eindeutige Antworten zu Entscheidungen der Regierung, etwa zur Einstellung einer pro‑Impfstoff‑Öffentlichkeitskampagne der Gesundheitsbehörde. Kennedy wies die Vorwürfe zurück und konterte mit Vorwürfen gegen Abgeordnete, doch die Gesprächsatmosphäre blieb konfrontativ.
Zugleich machte Mike Thompson geltend, Kennedy habe weder medizinische noch gesundheitliche Fachqualifikationen und entscheide über Fachleute hinweg; er bezeichnete bestimmte Aussagen des Ministers als ‚gefährliche Verschwörungstheorien‘, die das Vertrauen in sichere und wirksame Impfstoffe untergrüben. Als Beleg führten Abgeordnete das gegenwärtige Masernausbruchsgeschehen an und verwiesen auf die Folgen für betroffene Kinder und Familien.
Daneben entzündete sich scharfe Kritik an der Abschaffung der generellen Empfehlung zur Hepatitis‑B‑Impfung bei Neugeborenen. Judy Chu nannte das Ende der Empfehlung ‚äußerst schädlich‘; Abgeordnete warnten vor ungetesteten Schwangerschaften und möglichen Infektionswegen durch Bezugspersonen. Kennedy erklärte, das Risiko für Neugeborene sei nahezu null, doch Parlamentarier betonten, dass es ungeklärte Fälle und Übertragungsrisiken gebe.
Inzwischen äußerten nicht nur Demokraten, sondern auch einige republiknahe Abgeordnete Unmut über Falschinformationen in der Anhörung. Es wurden persönliche Fälle und frühere Fehlbewertungen medizinischer Zusammenhänge angeführt, um die Breite der Kritik zu illustrieren. Zudem rückten Debatten über Rückkehr von Personen in bestimmte Berufe und die Folgen für den Verbraucherschutz in den Fokus.
Gegen Ende der Sitzung verteidigte Kennedy seine Änderungen im Bereich Präventionsempfehlungen als Reformen; die Abgeordneten hingegen forderten stichhaltige Belege und warnten vor schnellen Entscheidungen mit möglichen Folgen für die öffentliche Gesundheit und den Schutz von Kindern. Die Anhörung hinterließ deutlich gespaltene Positionen im Ausschuss und deutet auf anhaltende politische Auseinandersetzungen um Impfpolitik und Gesundheitsfinanzierung hin.