Schüsse beim White House correspondents’ dinner zwingen Gala zum Abbruch – Täter in Gewahrsam
Ein Teilnehmer eröffnete im Ballsaal das Feuer; Präsident und First Lady blieben unverletzt, Gäste suchten Schutz unter den Tafeln.
- Die traditionelle Pressegala in Washington wurde von Panik unterbrochen, nachdem im Ballsaal Schüsse gefallen waren
- Sicherheitskräfte nahmen einen Verdächtigen in Gewahrsam.
Nach Angaben von Teilnehmern wurde das White House correspondents’ dinner in Washington in der Nacht abrupt abgebrochen, nachdem im Ballsaal mehrere Schüsse gefallen waren. Etwa 2.000 Gäste – darunter Abgeordnete, Journalisten und Mitarbeiter der Regierung – suchten nach Augenzeugenberichten Schutz unter den gedeckten Tischen, während das Programm mit dem Präsidenten als Ehrengast zum ersten Mal in seiner Anwesenheit stattfand.
Gäste schilderten chaotische Szenen: Teller und Besteck fielen auf den Boden, Menschen krochen panisch unter die Tafeln und verharrten dort mehrere Minuten, bis Sicherheitskräfte eingriffen. Der Kongressabgeordnete Jamie Raskin sagte, anfangs habe man das Geräusch für umfallendes Geschirr gehalten; erst später sei deutlich geworden, dass geschossen worden war. Nach Schilderungen eines Anwesenden blieben viele etwa fünf bis zehn Minuten unter den Tischen, ehe der Secret Service die Evakuierung koordinierte.
Zugleich berichteten mehrere prominente Gäste von der Nähe zum Geschehen. CNN-Moderator Wolf Blitzer sagte, er habe sich nur wenige Meter vom mutmaßlichen Schützen entfernt befunden, sei jedoch unverletzt. Menschenrechtsaktivistin Kerry Kennedy erklärte, Raskin habe ihr unter dem Tisch beruhigende Worte zugesprochen. Präsident und First Lady verließen den Veranstaltungsort kurz vor 22:00 Uhr Ortszeit unverletzt und hielten später am Weißen Haus eine Ansprache, in der angekündigt wurde, die Veranstaltung binnen 30 Tagen nachzuholen.
Ein Sprecher des Secret Service bestätigte, dass nach dem Vorfall eine Person in Gewahrsam genommen worden sei, machte aber keine näheren Angaben zum Verdächtigen. Ehemalige wie amtierende Beamte lobten die rasche Sicherung des Tatorts durch Sicherheitskräfte; zugleich wurde die Sichtbarkeit und Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen vor Ort kritisiert. Mehrere konservative Kommentatoren und Gäste äußerten in sozialen Medien, es habe an Eingangskontrollen wie Leibesvisitationen oder Metalldetektoren gefehlt, und warfen den Veranstaltern unzureichende Vorkehrungen vor.