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Sir Craig Reedie, ehemalige Spitze von BOA und Wada, mit 84 Jahren gestorben

Reedie führte die British Olympic Association und später die World Anti‑Doping Agency; er war Mitarchitekt der Bewerbung Londons für 2012 und leitete WADA während der Aufdeckung staatlich organisierter Dopingpraktiken.

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Titelbild: Sir Craig Reedie, ehemalige Spitze von BOA und Wada, mit 84 Jahren gestorben
Einflussreicher Sportfunktionär, Wegbereiter für sauberen Sport und Mitstreiter beim Aufbau der Londoner Spiele 2012.

Nach Angaben der British Broadcasting Corporation ist Sir Craig Reedie im Alter von 84 Jahren gestorben. Reedie prägte über Jahrzehnte die nationale und internationale Sportverwaltung, sowohl als langjähriger Vorsitzender der British Olympic Association (BOA) als auch später als Präsident der World Anti‑Doping Agency (WADA).

Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit stand die BOA, die Reedie von 1992 bis 2005 leitete. In dieser Zeit war er maßgeblich an der erfolgreichen Bewerbung Londons für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2012 beteiligt und übernahm anschließend ein Direktorenamt im Organisationskomitee der Spiele. Seine Arbeit auf nationaler Ebene trug erheblich zur Gestaltung der britischen Sportinfrastruktur bei und legte den Grundstein für die Austragung des Großereignisses.

Zugleich wirkte Reedie auch auf der internationalen Bühne: Er gehörte dem Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zwischen 2009 und 2012 an und war von 2012 bis 2016 dessen Vizepräsident. Von 2014 bis 2019 stand er an der Spitze von WADA; unter seiner Präsidentschaft rückte vor allem die Aufdeckung staatlich organisierten Dopings in Russland in den Fokus, was zu Sanktionen gegen russische Athletinnen und Athleten führte.

Seine Laufbahn begann als Leistungssportler: In den 1960er Jahren vertrat Reedie Großbritannien im Badminton und übernahm später die Führung des schottischen Verbands. 1981 wurde er Präsident der International Badminton Federation und setzte durch, dass Badminton in das olympische Programm der Spiele 1992 aufgenommen wurde.

Reedies Verdienste wurden vielfach ausgezeichnet. Er erhielt 1999 den Rang eines Commanders of the British Empire (CBE), wurde 2006 zum Knight Bachelor erhoben und 2018 zum Knight Grand Cross (GBE) promoviert. 2023 wurde ihm zudem der Olympic Order verliehen, als Anerkennung seiner langjährigen Verdienste um die olympische Bewegung.

Daneben würdigten führende Persönlichkeiten sein Lebenswerk. Dame Katherine Grainger, Vorsitzende der BOA, betonte seine umfassende Kenntnis des olympischen Systems und seinen unermüdlichen Einsatz für sauberen Sport. IOC‑Präsidentin Kirsty Coventry hob ihn als Integritätswächter hervor und sagte, seine Beiträge für Athleten und die olympische Bewegung würden nachhaltig Bestand haben.