Spirit Airlines stellt Betrieb ein: CEO Davis sagt, der Carrier habe 'die Zeit ausgehen' lassen
Nach monatelangen Finanzproblemen und einem zweiten Chapter‑11‑Verfahren scheiterte ein letzter Rettungsversuch; etwa 17.000 Arbeitsplätze sind betroffen.
- CEO Dave Davis bleibt vor Ort, um die Abwicklung zu überwachen
- ein geplanter staatlicher Kredit scheiterte an Differenzen mit Bondholdern.
Nach Angaben des Spirit‑Chefs Dave Davis stellte die US‑Billigfluggesellschaft Spirit Airlines am vergangenen Wochenende ihren Betrieb ein, nachdem ein letzter Rettungsplan gescheitert war. Davis sagte, dem Unternehmen sei im Ringen um neues Kapital buchstäblich die Zeit ausgegangen; der angestrebte Ausstieg aus dem Insolvenzverfahren in der Mitte des Jahres ließ sich so nicht realisieren.
Im Mittelpunkt der misslungenen Rettungsbemühungen stand eine geplante Überbrückungsfinanzierung mit staatlicher Beteiligung: Die US‑Regierung arbeitete demnach an einem Angebot über rund 500 Millionen Dollar, das ihr einen Mehrheitsanteil hätte verschaffen können. Zugleich legten Bondholder Gegenangebote vor, und die Verhandlungen blieben in zentralen Vertragsfragen weit auseinander, sodass keine Einigung erzielt wurde.
Nach dem Schritt, den Betrieb einzustellen, kündigte Davis an, vorerst an Bord zu bleiben, um die Abwicklung zusammen mit etwa 130 verbliebenen Mitarbeitern zu begleiten. In den Stunden nach dem Ausstieg begannen andere Fluggesellschaften damit, betroffene Kunden zu übernehmen und ihre Flugpläne zu erweitern, um Lücken zu schließen, die durch das Verschwinden des einst größten US‑Discountträgers entstanden sind.
Gleichzeitig skizzierte Davis die langfristigen Gründe für das Scheitern: Spirit habe über Jahre unter Nachahmung seines Geschäftsmodells durch finanzstärkere Wettbewerber, gescheiterten Zusammenschlüssen, einer zu zurückhaltenden Restrukturierung und zuletzt stark gestiegenen Treibstoffkosten gelitten. Daneben nannte er die zeitliche Komponente als entscheidenden Faktor; zuletzt seien die steigenden Rohölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten zu einer zusätzlichen Belastung geworden, die die Sanierungsaussichten verschlechterte.