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Stammgäste kämpfen um Jimmy’s Corner: Times‑Square‑Kneipe von Räumung bedroht

Die seit 1971 bestehende Bar Jimmy’s Corner soll geräumt werden; Betreiberfamilie klagt, Stammgäste und Politiker protestieren für Erhalt.

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Titelbild: Stammgäste kämpfen um Jimmy’s Corner: Times‑Square‑Kneipe von Räumung bedroht
  • Eigentümer Durst Organization hat das Gebäude zum Verkauf gestellt und Adam Glenn mit einer Räumungsandrohung konfrontiert
  • Unterstützer organisierten eine Kundgebung und fordern rechtliche Schutzmaßnahmen für kleine Bet

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht Jimmy’s Corner, eine kleine Bar am Times Square, die 1971 von dem ehemaligen Boxer Jimmy Glenn eröffnet wurde und über fünf Jahrzehnte als Treffpunkt für Stammgäste fungiert. Die Betreiberfamilie berichtet, die Durst Organization habe Adam Glenn, dem Sohn des Gründers und aktuellen Betreiber, über eine bevorstehende Räumung informiert und das Gebäude zum Verkauf gestellt. Die mögliche Schließung hat in der Nachbarschaft und unter langjährigen Gästen Bestürzung ausgelöst.

Zugleich haben Betreiber und Anhänger Gegenaktionen gestartet: Adam Glenn reichte nach eigenen Angaben vergangenes Jahr eine Klage gegen den Eigentümer ein, und Dutzende Stammgäste versammelten sich am Freitag zu einer Kundgebung vor dem Gebäude. Bei der Aktion waren neben treuen Besucherinnen und Besuchern auch lokale Politiker vertreten, die das Fortbestehen der Bar forderten. Die Protestierenden verbanden ihre Forderungen mit dem Vorstoß für stärkere gesetzliche Schutzmechanismen gegen rasant steigende Mieten für kleine Gastronomie- und Einzelhandelsbetriebe.

Daneben illustriert die Inneneinrichtung von Jimmy’s Corner, wie sehr das Lokal in der Gemeinschaft verankert ist: Wände und Tische sind mit Fotografien aus mehreren Jahrzehnten bedeckt, und Gäste berichteten von jahrzehntelangen Erinnerungen, die sie mit dem Ort verbinden. Stammgast-Anekdoten und die enge Atmosphäre zwischen Tresen und Stehplätzen machten deutlich, warum viele die Bar als letzten Rest eines älteren, raueren New York ansehen. Adam Glenn sagte, die Bedrohung durch eine Räumung habe die Gemeinschaft eher zusammengeschweißt und die Mobilisierung verstärkt.

Inzwischen streben Unterstützer auch politische Lösungen an. Bei der Kundgebung wurde die Diskussion über schärfere Schutzvorschriften für kleine Betriebe in New York geöffnet; Redner hoben die Folgen nicht nachhaltiger Mietsteigerungen für zahlreiche Unternehmen hervor. Die Aktion richtete sich damit nicht nur gegen die konkrete Räumungsandrohung, sondern auch auf eine breitere Debatte über Erhalt und Förderung lokaler, unabhängiger Betriebe in Teilen der Stadt mit starkem wirtschaftlichem Druck.

Gegenwärtig gibt es keine bestätigte Einigung zwischen den Verwaltern des Gebäudes und der Betreiberfamilie; die rechtliche Auseinandersetzung läuft nach Angaben von Adam Glenn weiter. Die Unterstützer kündigten an, öffentliche Aktionen fortzusetzen, um den Fortbestand der Bar zu sichern und politischen Druck für breitere Schutzmaßnahmen aufzubauen.