Trump-Administration stellt CIA World Factbook ein und beendet freie globale Referenz
Die seit 1975 frei zugängliche Sammlung grundlegender Länderinformationen wurde am 4. Februar eingestellt; Bildungseinrichtungen und Nutzer reagieren bestürzt.
Nach Angaben der Central Intelligence Agency stellte die Trump-Administration die Online-Veröffentlichung des CIA World Factbook am 4. Februar ein. Die seit den 1970er-Jahren kostenfrei verfügbare Sammlung mit Basisinformationen zu Staaten, Grenzen, Flaggen, Wirtschaft und Kultur sei in einer Fondverabschiedung beendet worden, teilte die Behörde mit.
Im Mittelpunkt des Angebots stand über Jahrzehnte eine kompakte, unklassifizierte Übersicht über Länderprofile, die besonders von Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Forschenden genutzt wurde. Das Factbook war 1975 erstmals frei verfügbar; seither galt es als regelmäßig aktualisierte Referenz, die schnell zugängliche Grundlageninformationen zu Staaten und deren Einrichtungen lieferte.
Nach dem Schritt der Abschaltung betonten Nutzer, die regelmäßig auf die Datensammlung zurückgegriffen haben, die Lücke, die der Wegfall hinterlässt. Viele sehen sich nun gezwungen, auf alternative Angebote auszuweichen, die teils kommerziell betrieben werden; für Bildungseinrichtungen und kleinere Rechercheprojekte bedeutet dies zusätzlichen Aufwand bei der Suche nach verlässlichen, frei zugänglichen Quellen.
Zugleich erinnert die Geschichte des Factbooks an seine Wurzeln in der Nachkriegszeit: Die systematische Sammlung grundlegender Länderinformationen ging nach dem Zweiten Weltkrieg an die neu gegründete Behörde, nachdem Erkenntnislücken im Vorfeld von Pearl Harbor die Notwendigkeit koordinierter Informationsarbeit offengelegt hatten. Diese Herkunft prägte das Format und die Zielsetzung des Nachschlagewerks in den folgenden Jahrzehnten.
In ihrer Mitteilung würdigte die CIA das Fortbestehen eines Interesses an verlässlicher Information, nannte jedoch keine konkreten Pläne für eine Nachfolge der publizierten Inhalte oder alternative Zugangswege für die bisherigen Nutzerinnen und Nutzer. Die Äußerung, man solle weiterhin neugierig bleiben, blieb die einzige Orientierungshilfe für jene, die das Factbook bislang für schnelle Faktenprüfungen herangezogen hatten.
Daneben löst die Entscheidung eine breitere Debatte über die Rolle staatlicher Wissensangebote aus: Kritikerinnen und Kritiker sehen in der Abschaltung das Ende einer frei verfügbaren Referenzquelle, während Befürworter der Maßnahme auf veränderte Prioritäten der Behörde und neue Formen der Informationsverbreitung verweisen. Für viele Lehrende und Lernende bleibt jedoch die unmittelbare Frage, wie die entstandene Lücke zuverlässig und nachhaltig geschlossen werden kann.