University of Michigan-Regent in der Kritik nach Veröffentlichung obszöner Slack‑Nachrichten
Jordan Acker, der sich gegen pro-palästinensische Proteste engagierte, soll in Slack‑Nachrichten obszöne Kommentare über eine Demokratin und eine Studentin gemacht haben; Enthüllung fällt in umkämpfte Vorwahl für Regents‑Sitze.
- Slack‑Nachrichten, die Jordan Acker zugeschrieben werden, enthalten sexuell explizite Beschreibungen einer Demokratin und abwertende Bemerkungen zu einer Studentin
- Acker bestreitet nicht eindeutig die Zuschreibung, sein
Nach Angaben der vorliegenden Unterlagen enthalten Slack‑Nachrichten, die Jordan Acker zugeschrieben werden, obszöne sexuelle Kommentare über eine Demokratin, die als politische Strategin beschrieben wird. Die Nachrichten sollen zudem abwertende Bemerkungen über eine Studentin der University of Michigan enthalten und ein Foto dieser Studentin mit Freunden zeigen; um ihre Privatsphäre zu schützen, wird die Strategin nicht namentlich genannt.
Im Mittelpunkt der Debatte steht der Zeitpunkt der Veröffentlichung: Die Konversationen stammen aus den Jahren 2020 und 2021 und wurden kurz vor einer parteiinternen Vorwahl für zwei Sitze im Board of Regents bekannt. Die Delegiertenversammlung der Demokratischen Partei in Michigan entscheidet am 19. April über die Nominierungen. Die ansonsten wenig beachtete Wahl gilt diesmal als besonders umkämpft, weil sie die tiefen Spannungen um Kritik an Israel und die Reaktionen der Universität auf Proteste widerspiegelt.
Nach dem Schritt, mit dem Acker zuvor juristische Schritte gegen protestierende Studierende unterstützte, rückt sein Verhalten erneut in den Fokus. Acker wird als entschiedener pro‑israelischer Akteur beschrieben; er hat demnach unter anderem eine strafrechtliche Verfolgung von Studierenden mitinitiiert und eine umfangreiche verdeckte Überwachungsaktion vorangetrieben, die später eingestellt wurde. Er tritt zur Wiederwahl an und konkurriert unter anderem mit dem progressiven Anwalt Amir Makled, der einige der damals verfolgten Studierenden vertreten hat und Unterstützung aus dem linken Flügel der Partei erhält.
Zugleich ist die Zuschreibung der Nachrichten umstritten. Acker selbst reagierte nicht eindeutig auf die Vorwürfe; sein Anwalt erklärte, Acker habe nie Slack genutzt und äußerte Zweifel an der Echtheit der angeblichen Screenshots. Die berichtende Redaktion prüfte jedoch Gespräche über mehrere Jahre und brachte eine E‑Mail‑Adresse, die mit dem Slack‑Konto verknüpft war, in Verbindung mit Ackers persönlichem Gmail‑Konto. Sechs Personen aus der betreffenden Slack‑Gruppe bestätigten, die Nachrichten damals gesehen zu haben.
Daneben hat die Veröffentlichung die Diskussion über das Verhalten von Universitätsfunktionären und die politische Ausrichtung des Regents‑Gremiums weiter angeheizt. Die Slack‑Gruppe, der zufolge etwa 30 meist linksgerichtete Fachleute angehörten, diente angeblich vornehmlich dem Austausch über Sport und Michigan‑Politik; offizielle Verbindungen zum Regents‑Wahlkampf bestehen demnach nicht. Die Enthüllungen haben im laufenden Wahlkampf unmittelbare Schlagzeilen erzeugt und die Debatte um Rechenschaftspflicht und Umgang mit Protesten auf dem Campus verschärft.