US-Handelsbilanzdefizit steigt im Dezember – Importzuwachs übertrifft Exportrückgang
Die US-Statistik weist für Dezember ein deutlich höheres Defizit im Waren- und Dienstleistungshandel aus, weil die Importe kräftig zulegten.
- Das Defizit im Waren- und Dienstleistungshandel stieg im Dezember auf 70,3 Milliarden Dollar nach 53,0 Milliarden Dollar im November (revidiert).
- Die Exporte sanken im Dezember auf 287,3 Milliarden Dollar, während die Importe auf 357,6 Milliarden Dollar stiegen.
- Der Warenbilanzsaldo verschlechterte sich, zugleich schrumpfte der Dienstleistungsüberschuss auf 29,0 Milliarden Dollar.
- Für 2025 weist die Statistik ein Handelsdefizit von 901,5 Milliarden Dollar aus, bei Exporten von 3,432 Billionen und Importen von 4,334 Billionen Dollar.
Die USA haben im Dezember 2025 ein deutlich höheres Defizit im Waren- und Dienstleistungshandel verzeichnet. Nach Angaben des U.S. Census Bureau und des U.S. Bureau of Economic Analysis (BEA) stieg das Defizit auf 70,3 Milliarden US‑Dollar, nachdem es im November (revidiert) bei 53,0 Milliarden Dollar gelegen hatte. Die Veröffentlichung enthält zudem einen Hinweis, dass einzelne Tabellen am 19. Februar in einer Errata‑Korrektur angepasst wurden.
Auf der Mengenseite zeigten sich zwei Bewegungen: Die Exporte gingen im Dezember auf 287,3 Milliarden Dollar zurück – 5,0 Milliarden weniger als im November. Die Importe stiegen dagegen um 12,3 Milliarden auf 357,6 Milliarden Dollar. Der dadurch ausgelöste Sprung im Gesamtsaldo speiste sich aus zwei Komponenten: Der Warenbilanzsaldo verschlechterte sich spürbar, und zugleich fiel der Überschuss im Dienstleistungshandel geringer aus. Konkret wuchs das Warenhandelsdefizit im Dezember auf 99,3 Milliarden Dollar; der Dienstleistungsüberschuss sank auf 29,0 Milliarden Dollar.
Die Detailtabellen zeigen, dass sich Handelsbilanzen je nach Partnerregion stark unterscheiden. Auf Warenbasis (Census) wurden für 2025 unter anderem hohe Defizite gegenüber der Europäischen Union, China und Mexiko ausgewiesen, während es bei einzelnen Partnern und Regionen auch Überschüsse gab. Solche Bilanzzahlen spiegeln dabei nicht nur Endnachfrage, sondern auch die Struktur globaler Lieferketten, Preisentwicklungen bei Vorleistungen sowie Wechselkurs- und Lagerbewegungen wider.
Für das Gesamtjahr 2025 meldet die Statistik ein Defizit im Waren- und Dienstleistungshandel von 901,5 Milliarden Dollar, leicht niedriger als 2024. Gleichzeitig wuchsen sowohl Exporte als auch Importe deutlich: Die Exporte stiegen auf 3,432 Billionen Dollar, die Importe auf 4,334 Billionen Dollar. Hinter dem nahezu unveränderten Gesamtsaldo steht eine gegenläufige Bewegung: Das Warenhandelsdefizit nahm zu, während der Dienstleistungsüberschuss zulegte. Diese Verschiebung ist bedeutsam, weil der Dienstleistungssektor für die USA seit Jahren ein zentraler Stabilitätsanker im Außenhandel ist, während der Warenhandel stärker von Konsumgütern, Investitionsgütern und Energiepreisen geprägt wird.
Makroökonomisch fließen die Außenhandelsdaten direkt in die BIP‑Berechnung ein, wobei der Beitrag von Exporten und Importen in den Quartalsrechnungen über Nettoexporte wirkt. Ein einzelner Monatswert ist jedoch kein Trendbeweis. Für die Bewertung der Konjunktur in den USA ist deshalb entscheidend, ob sich die Dezember‑Bewegung in den kommenden Monaten bestätigt – etwa durch anhaltend starke Importnachfrage, schwächere Auslandsnachfrage nach US‑Gütern oder durch Preis- und Wechselkurseffekte.