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US‑Jury: Live Nation und Ticketmaster hatten schädliches Monopol über große Venues

Manhattan-Gericht erkennt marktbeherrschende Stellung von Live Nation und Ticketmaster; Jury stellt Überladung der Käufer fest, Richter muss Schadenshöhe bestimmen.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: US‑Jury: Live Nation und Ticketmaster hatten schädliches Monopol über große Venues
  • Die Jury befand, Ticketmaster habe Käufer durchschnittlich um 1,72 US‑Dollar pro Ticket überladen
  • Live Nation kündigt Berufung an.

Nach Angaben einer Manhattan‑Bundesjury haben Live Nation und seine Ticketing‑Tochter Ticketmaster ein schädliches Monopol über große Veranstaltungsorte aufgebaut. Nach vier Tagen Beratungszeit kam die Jury zu dem Schluss, dass das Unternehmen den Wettbewerb im Ticketverkauf beeinträchtigt habe und damit gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen hat.

Im Mittelpunkt der Klage standen Vorwürfe, Live Nation habe seine Marktmacht genutzt, um Konkurrenz zu unterdrücken, etwa indem Veranstalter davon abgehalten wurden, mehrere Ticketverkäufer einzusetzen, oder durch Vergeltungsmaßnahmen gegen jene, die es versuchten. Die Jury stellte fest, dass Ticketmaster Käufer im Durchschnitt um 1,72 US‑Dollar pro Ticket überladen habe; die Gesamtschadenssumme soll ein Richter noch festlegen.

Zugleich rückte der Prozess zentrale Geschäftsstrukturen des Konzerns in den Fokus: Live Nation besitzt, betreibt, bucht oder hält Beteiligungen an Hunderten von Venues, und Ticketmaster gilt als einer der weltweit größten Ticketverkäufer für Live‑Events. In den Verhandlungen wurden interne Nachrichten und Zeugenaussagen genannt, in denen Mitarbeiter auf Kritik an Preisen und Kundenreaktionen Bezug nahmen. Unternehmenschef Michael Rapino wurde im Verlauf des Prozesses als Zeuge vernommen.

Inzwischen bestreitet Live Nation, ein Monopol zu sein, und weist darauf hin, dass Preise sowie Verkaufspraxis von Künstlern, Sportteams und Veranstaltern bestimmt würden. Das Unternehmen kündigte an, das Urteil anzufechten und die Entscheidung gerichtlich überprüfen zu lassen.

Gleichzeitig erinnerte die Verhandlung an eine frühere Einigung mit dem Justizministerium, durch die Live Nation einen 280‑Mio.‑Dollar‑Fonds einrichtete und Zugeständnisse wie Gebührenobergrenzen sowie neue Verkaufsmöglichkeiten an einigen Amphitheatern zusagte. Diese Vereinbarung hatte jedoch keine Trennung von Live Nation und Ticketmaster erzwungen und wurde von Teilen der klagenden Staaten nicht vollständig mitgetragen.