US-Privatwirtschaft verliert im Februar an Schwung – Auftragseingänge und Beschäftigung flachen ab
Ein Frühindikator für Februar zeigt eine langsamere Expansion der US-Privatwirtschaft, mit schwächeren Aufträgen in Industrie und Dienstleistungen.
- Der Flash-Composite-PMI sank im Februar auf 52,3 Punkte und erreichte den niedrigsten Stand seit April.
- Der Dienstleistungs-PMI fiel auf 52,3, der Industrie-PMI auf 51,2 und damit auf ein Sieben-Monats-Tief.
- Neue Aufträge gingen erneut zurück, während der Beschäftigungsindex nahe an eine Stagnation heranrückte.
- S&P Global wertete wetterbedingte Belastungen und eine zurückhaltendere Nachfrage als zentrale Faktoren für die Abkühlung.
Die US-Privatwirtschaft ist im Februar weiter gewachsen, allerdings langsamer als zu Jahresbeginn. Der von S&P Global erhobene Flash Composite PMI Output Index, der Industrie und Dienstleistungen abbildet, fiel im Februar auf 52,3 Punkte nach 53,0 im Januar. Werte über 50 signalisieren Expansion. Nach der Veröffentlichung ist es das schwächste Wachstumstempo seit rund zehn Monaten.
Die Abschwächung zeigt sich in beiden Teilbereichen. Der Flash-PMI für Dienstleistungen sank auf 52,3 (Januar: 52,7). Der Flash-PMI für das verarbeitende Gewerbe fiel auf 51,2 nach 52,4 und markierte damit ein Sieben‑Monats‑Tief. In der Umfrage gingen die Auftragseingänge in der Industrie zurück, und auch im Dienstleistungssektor ließ das Wachstum neuer Geschäfte nach. Damit wird der Eindruck verstärkt, dass die Nachfrage nach dem starken zweiten Halbjahr 2025 zu Beginn von 2026 an Dynamik verliert.
Ein wichtiger Punkt ist der Arbeitsmarkt innerhalb der Umfrage. Der Beschäftigungsindex lag im Februar nahe der Schwelle zur Stagnation. Wenn Unternehmen zwar weiter produzieren, aber beim Personalaufbau zögern, kann das auf vorsichtigere Planung hindeuten – etwa wegen Kosten, Unsicherheit über den Auftragseingang oder wegen Schwierigkeiten, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Umfrageindikatoren sind dabei kein Ersatz für offizielle Beschäftigungsdaten, liefern aber früh eine Richtung für die nächsten Monate.
In der Analyse von S&P Global Market Intelligence werden als Belastungsfaktoren unter anderem ungünstige Wetterbedingungen genannt, die sowohl Nachfrage als auch Lieferkettenprozesse beeinträchtigen können. Zudem wird auf eine spürbare Abkühlung in den Exportaufträgen hingewiesen und darauf, dass Unternehmen eine geringere Preissetzungsmacht und mehr Zurückhaltung bei Neuaufträgen melden. Solche Effekte können kurzfristig sein, sind aber relevant, wenn sie mit einer breiteren Abschwächung bei Konsum und Investitionen zusammenfallen.
Für die Konjunkturbeobachtung ist der PMI vor allem deshalb wichtig, weil er als schneller Indikator oft mit dem Verlauf des Bruttoinlandsprodukts verglichen wird. In Kommentaren zur Umfrage wird darauf verwiesen, dass die bisherigen PMI-Werte des Jahres 2026 eher zu einem moderaten BIP‑Tempo passen als zu den hohen Raten der zweiten Jahreshälfte 2025. Ob sich daraus ein Trend ergibt, hängt davon ab, ob die Auftragseingänge wieder anziehen, ob sich wetterbedingte Störungen normalisieren und ob die Preisentwicklung in den kommenden Veröffentlichungen nachlässt.