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US-Regierung wirbt weltweit für 'Trade over Aid' und will direkte Entwicklungshilfe zurückfahren

Washington wirbt bei ausländischen Regierungen für eine Erklärung, die Handel und private Investitionen über direkte Entwicklungshilfe stellt; die Initiative soll noch vor einem UN-Treffen vorgestellt werden.

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Titelbild: US-Regierung wirbt weltweit für 'Trade over Aid' und will direkte Entwicklungshilfe zurückfahren
  • Außenministerium instruierte Diplomaten, Unterstützung für eine 'Trade over Aid'-Erklärung einzuholen
  • US-Entwicklungsbehörde USAID wurde bereits weitgehend umgebaut.

Nach Angaben aus Washington wirbt die US-Regierung offiziell bei ausländischen Regierungen für eine weltweite Trade over Aid-Erklärung. Diplomaten wurden angewiesen, die Erklärung noch vor ihrer geplanten Vorstellung bei den Vereinten Nationen zu unterstützen; Kernziel ist eine grundlegende Verlagerung von direkter Entwicklungshilfe hin zu Handelsförderung und privaten Investitionen.

Im Mittelpunkt der Initiative steht laut Angaben des Außenministeriums die Überzeugung, dass Handel und freier Markt der wichtigste Motor für Wohlstand sind. Der stellvertretende Sprecher Tommy Pigott bestätigte die Initiative und bezeichnete das bisherige Hilfesystem als gescheitert; stattdessen sollen pro‑geschäftsfreundliche Reformen in Entwicklungsländern vorangetrieben und die Beziehungen zwischen Regierungen und dem Privatsektor gestärkt werden.

Zugleich nennt die interne Anleitung vier konkrete Schwerpunktfelder: Förderung marktfreundlicher Reformen, Erleichterung von Dialogen zwischen Regierungen und Privatwirtschaft zur Anziehung von Investitionen, Hervorhebung von Ländern mit marktorientierter Entwicklung sowie Vermittlung von Geschäftsbeziehungen zwischen Entwicklungsländern und US‑Unternehmen oder internationalen Organisationen. Teile dieser Ausrichtung hatte Botschafter Mike Waltz bereits in einer Anhörung vor dem Senatsausschuss skizziert.

Daneben steht die Initiative vor dem Hintergrund erheblicher Umgestaltungen der US‑Entwicklungspolitik. Die Regierung habe im vergangenen Jahr die überwiegende Mehrheit von USAID umgebaut; zugleich gingen 2025 bei vielen Geberländern die Hilfsbudgets zurück. Beobachter warnen vor weitreichenden globalen Folgen schwindender Mittel, während die US‑Mission bei den Vereinten Nationen eine formelle Unterzeichnungsveranstaltung der Deklaration noch vor Monatsende plant.

Inzwischen wirft der Schritt ein neues Licht auf die Debatte über die Rolle staatlicher Hilfe gegenüber privaten Investitionen in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Befürworter sehen in mehr Handel und Unternehmensengagement einen Hebel für Wachstum; Kritiker befürchten dagegen, dass ohne ausreichende direkte Hilfsleistungen vulnerable Gruppen in Entwicklungsländern abgehängt werden könnten.