US-Verkehrsministerium verschärft Regeln für Lkw-Führerscheintests und Kontrollen im Trucking
Das Verkehrsministerium will kommerzielle Führerscheinprüfungen nur noch auf Englisch zulassen und kündigt zusätzliche Maßnahmen gegen unsichere Fahrschulen, Testanbieter und Spediteure an.
- Kommerzielle Führerscheinprüfungen für Lkw- und Busfahrer sollen künftig in Englisch abgelegt werden.
- Mehrere Bundesstaaten hatten Tests in anderen Sprachen angeboten, obwohl Englischkenntnisse vorgeschrieben sind.
- Ein bundesweiter Kontrollschwerpunkt mit 8.215 Inspektionen führte zuletzt zu knapp 500 Disqualifikationen wegen unzureichender Sprachkenntnisse.
- Kalifornien zog nach Angaben aus Washington zuletzt mehr als 600 Fahrer wegen fehlender Verständigung im Straßenverkehr aus dem Verkehr.
- Das Ministerium will außerdem den Registrierungsprozess für Trucking-Unternehmen verschärfen und die Aufsicht über Fahrschulen und Prüfer ausbauen.
Washington will die Sicherheitsstandards im Güter- und Personenverkehr auf der Straße verschärfen und nimmt dabei vor allem die Qualifikation von Berufskraftfahrern und die Kontrollkette rund um die Vergabe kommerzieller Führerscheine in den Blick. Das US-Verkehrsministerium kündigte an, dass Tests für den Commercial Driver’s License (CDL) künftig in Englisch abgelegt werden müssen. Begründet wird der Schritt damit, dass Fahrer Verkehrszeichen verstehen und bei Kontrollen oder Unfällen mit Einsatzkräften kommunizieren können müssen – Anforderungen, die bereits im Bundesrecht verankert sind, in der Praxis aber nicht einheitlich durchgesetzt wurden.
Die Ankündigung zielt auf einen Schwachpunkt des föderalen Systems: Die Bundesstaaten stellen CDLs aus, setzen Prüfungen um und beauftragen teilweise externe Anbieter. In mehreren Staaten waren schriftliche oder praktische Tests in anderen Sprachen verfügbar, obwohl die Lizenz an den Nachweis ausreichender Englischkenntnisse gekoppelt ist. Das Ministerium sieht hier ein Vollzugsproblem – insbesondere dort, wo Drittanbieter Prüfungen abnehmen, ohne die Standards konsequent anzuwenden. Florida testet nach Behördenangaben bereits ausschließlich in Englisch; in anderen Staaten sollen die Abläufe nun umgestellt werden.
Parallel zu den Änderungen bei den Prüfungen setzt Washington auf einen härteren Enforcement-Ansatz im laufenden Betrieb. Ein jüngster Bundes-Schwerpunkt mit 8.215 Inspektionen führte zu knapp 500 Disqualifikationen, weil Fahrer nicht ausreichend auf Englisch kommunizieren konnten. Zusätzlich werden die Bundesstaaten angehalten, die Sprachvoraussetzungen vor der Lizenzvergabe strenger zu prüfen, während Kontrollbehörden bei Verkehrskontrollen und Inspektionen die Verständigungsfähigkeit bewerten sollen. Kalifornien zog nach Angaben aus Washington zuletzt mehr als 600 Fahrer aus dem Verkehr, nachdem die Umsetzung der Sprachregeln zuvor umstritten war.
Die Maßnahmen sind Teil einer breiter angelegten Kampagne des Verkehrsministeriums und der Federal Motor Carrier Safety Administration (FMCSA), die unqualifizierte Fahrer und unseriöse Ausbildungs- und Teststrukturen aus dem Markt drängen soll. Dazu zählen strengere Spot-Checks, ein Ausbau der Aufsicht über kommerzielle Fahrschulen sowie eine Verschärfung des Registrierungs- und Zulassungssystems für Trucking-Unternehmen. In der Branche treffen die Schritte auf ein Spannungsfeld: Mehr Kontrolle und höhere Eintrittshürden können kurzfristig Kapazitäten verknappen, sollen aber langfristig das Risiko schwerer Unfälle senken und den Wettbewerb gegenüber Betrieben, die Regeln umgehen, fairer machen.
Für Logistiker und Auftraggeber ist entscheidend, wie schnell die Umstellung in den Bundesstaaten erfolgt und ob die zusätzlichen Kontrollen zu Verzögerungen im täglichen Betrieb führen. Praktisch relevant sind neben den Sprachtests auch angekündigte Verschärfungen bei Unternehmensregistrierungen, da sie gegen Identitätsmissbrauch, sogenannte „chameleon carriers“ und andere Formen von Umgehung gerichtet sind. Das Ministerium stellt damit die Weichen für eine Phase, in der Compliance und dokumentierte Qualifikation im US-Trucking stärker in den Vordergrund rücken – mit unmittelbaren Effekten auf Ausbildung, Rekrutierung und die Planung von Transportketten.