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US-Wirtschaft wächst im vierten Quartal langsamer – Shutdown-Effekt drückt die Rate

Das US-BIP stieg im vierten Quartal 2025 nur noch moderat, wobei laut Statistik ein vorangegangener Regierungsstillstand die Wachstumsrate spürbar belastete.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: US-Wirtschaft wächst im vierten Quartal langsamer – Shutdown-Effekt drückt die Rate
  • Das reale Bruttoinlandsprodukt stieg im vierten Quartal 2025 mit einer annualisierten Rate von 1,4 Prozent nach 4,4 Prozent im dritten Quartal.
  • Der Rückgang der Wachstumsrate hängt laut BEA mit sinkenden Staatsausgaben und schwächeren Exporten sowie mit einer Abkühlung beim Konsum zusammen.
  • Das BEA schätzt, dass die geringere Bereitstellung staatlicher Dienstleistungen infolge des Shutdowns rund 1,0 Prozentpunkt vom Quartalswachstum abzog.
  • Für 2025 insgesamt weist das BEA ein reales Wachstum von 2,2 Prozent aus, nach 2,8 Prozent im Jahr 2024.

Die US-Wirtschaft hat zum Jahresende 2025 deutlich an Tempo verloren. Nach der ersten („Advance“) Schätzung des U.S. Bureau of Economic Analysis (BEA) stieg das reale Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2025 mit einer annualisierten Rate von 1,4 Prozent. Im dritten Quartal hatte das Wachstum noch 4,4 Prozent betragen. Das BEA betont, dass es sich um eine frühe Schätzung handelt, die in den nächsten Veröffentlichungsrunden auf Basis zusätzlicher Daten revidiert werden kann.

In der Zusammensetzung des Wachstums nennt das BEA mehrere Bremsfaktoren. Die Verlangsamung spiegelt demnach vor allem Rückgänge bei den Staatsausgaben und bei den Exporten sowie eine Abkühlung des privaten Konsums wider. Gleichzeitig stützte eine Beschleunigung der Investitionen das Ergebnis teilweise. Als ergänzender Indikator legten die realen Endverkäufe an private inländische Abnehmer – ein Maß, das Nettoexporte, Lagerveränderungen und staatliche Ausgaben ausblendet – im vierten Quartal mit 2,4 Prozent zu, nach 2,9 Prozent im dritten Quartal. Das deutet darauf hin, dass die Binnenkonjunktur zwar nachließ, aber weniger stark als die Gesamtzahl nahelegen könnte.

Eine Besonderheit der Schätzung ist der Einfluss eines vorangegangenen Regierungsstillstands. Das BEA erklärt, dass die reduzierte Bereitstellung staatlicher Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Shutdown im vierten Quartal das reale BIP-Wachstum um etwa 1,0 Prozentpunkt verringert habe. Gleichzeitig habe der Stillstand wegen der nachträglichen Lohnzahlungen an Bundesbedienstete keinen direkten Effekt auf die nominalen Personalkosten, werde aber in den Preis‑ und Mengenkomponenten abgebildet. In der Praxis bedeutet das: Ein Teil der Abschwächung ist statistisch mit einem temporären Ausfall staatlicher Leistungserbringung verknüpft.

Bei den Preisen weist das BEA für das vierte Quartal eine höhere Teuerung in der Nachfragekomponente aus. Der Preisindex der inländischen Käufe („gross domestic purchases“) stieg annualisiert um 3,7 Prozent, nach 3,4 Prozent im dritten Quartal. Der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) legte um 2,9 Prozent zu; der Kernindex ohne Lebensmittel und Energie stieg um 2,7 Prozent. Damit bleibt die Kombination aus moderater realer Expansion und spürbarem Preisdruck ein zentrales Thema für die Geldpolitik.

Auf Jahressicht berichtet das BEA für 2025 ein reales Wachstum von 2,2 Prozent, nach 2,8 Prozent im Jahr 2024. Für die Einordnung ist entscheidend, ob sich der schwächere Schlussquartalsimpuls in den ersten Monaten 2026 fortsetzt oder ob Sondereffekte – einschließlich der Shutdown-Verzerrung – auslaufen. Die nächsten Revisionen des BIP sowie die monatlichen Daten zu Konsum, Investitionen, Industrie und Arbeitsmarkt werden dafür die maßgeblichen Prüfpunkte liefern.