USA verzeichnen weniger tödliche Arbeitsunfälle – Überdosierungen gehen deutlich zurück
Die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle sank 2024 in den USA, wobei vor allem weniger Todesfälle durch schädliche Substanzen und Umwelteinflüsse auffielen.
- 2024 wurden in den USA 5070 tödliche Arbeitsunfälle registriert, 4,0 Prozent weniger als 2023 (5283).
- Die tödliche Unfallrate sank auf 3,3 je 100000 Vollzeitäquivalente, nach 3,5 im Vorjahr.
- Ein wesentlicher Treiber des Rückgangs war ein Minus von 16,2 Prozent bei Todesfällen durch schädliche Substanzen/Umwelteinflüsse, darunter deutlich weniger Überdosen.
- Transportereignisse bleiben die häufigste Todesursache am Arbeitsplatz und machten 38,2 Prozent der Fälle aus.
Die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle in den USA ist 2024 zurückgegangen. Nach Daten des U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) wurden im National Census of Fatal Occupational Injuries (CFOI) 5.070 tödliche Arbeitsunfälle gezählt. Das sind 4,0 Prozent weniger als 2023 (5.283). Die tödliche Unfallrate sank parallel von 3,5 auf 3,3 Todesfälle je 100.000 Vollzeitäquivalente (FTE). Rechnerisch starb 2024 im Schnitt alle 104 Minuten ein Mensch an einer arbeitsbedingten Verletzung; 2023 lag dieser Wert bei 99 Minuten.
Der Rückgang hängt laut BLS vor allem mit einer deutlichen Abnahme in der Kategorie „exposure to harmful substances or environments“ zusammen. Die Zahl der Todesfälle in dieser Gruppe fiel um 16,2 Prozent auf 687 Fälle (nach 820). Innerhalb der Kategorie spielten Drogen- oder Alkoholüberdosierungen eine große Rolle: Sie machten knapp 60 Prozent dieser Todesfälle aus, gingen aber deutlich zurück – auf 410 Fälle im Jahr 2024, nach 512 im Jahr 2023. Die CFOI-Zahlen basieren auf einer Zusammenführung und Verifikation aus vielen administrativen und unabhängigen Quellen; für die 2024er Daten wurden nach BLS-Angaben über 25.500 Quell‑Dokumente geprüft.
Trotz des Rückgangs bleiben Transporte das dominierende Risiko. Transportereignisse waren 2024 erneut die häufigste Art tödlicher Ereignisse und machten 38,2 Prozent aller Fälle aus. Die Zahl tödlicher Transportereignisse lag bei 1.937 und damit leicht unter dem Vorjahr (1.942). Innerhalb dieser Gruppe gingen tödliche Vorfälle auf Straßen mit motorisierten Landfahrzeugen um 8,5 Prozent auf 1.146 zurück. Gleichzeitig stiegen tödliche Fußgängerereignisse mit motorisierten Landfahrzeugen um 19,0 Prozent auf 369.
Auch bei Stürzen, Ausrutschern und Stolpern registrierte das BLS einen Rückgang: Die Zahl solcher Todesfälle sank um 4,6 Prozent auf 844. Auffällig ist, dass 10,8 Prozent dieser Fälle auf Stürze aus über 30 Fuß (rund neun Meter) Höhe zurückgingen – ein Hinweis darauf, dass einzelne Ereignisse weiterhin besonders schwere Folgen haben. Bei Gewaltakten sank die Gesamtzahl leicht auf 733, während die Zahl der Tötungsdelikte (homicides) innerhalb dieser Kategorie auf 470 stieg; Suizide fielen auf 263.
In der Berufsstruktur verzeichneten Beschäftigte in Transport- und Materialbewegungsberufen die meisten Todesfälle: 1.391, ein Minus von 7,0 Prozent gegenüber 2023. Die zugehörige Rate lag bei 12,5 je 100.000 FTE, nach 13,6. Bei den demografischen Merkmalen weist das BLS unter anderem aus, dass es 2024 insgesamt 1.229 Todesfälle bei Hispanic/Latino‑Beschäftigten gab; ein großer Teil davon entfiel auf im Ausland geborene Arbeitskräfte. Die Daten sollen Behörden, Unternehmen und Arbeitsschutzakteuren helfen, Risikofelder zu identifizieren und Präventionsstrategien gezielter auszurichten.