Utah meldet mehr als 600 Masernfälle – Ausbruch breitet sich bundesweit aus
Utah meldet 602 Fälle; rund 85 Prozent der Erkrankten ungeimpft. Fast 50 Hospitalisierungen, zahlreiche Expositionen in Vorschulen und Grundschulen.
- In Utah sind 602 Masernfälle registriert
- die Mehrheit war ungeimpft und viele Kinder sind betroffen.
Nach Angaben staatlicher Stellen in Utah wurden insgesamt 602 Masernfälle im Zusammenhang mit einem seit dem Vorjahr andauernden Ausbruch gemeldet. Die aktuell veröffentlichte Zahl schließt 19 Neuinfektionen ein; insgesamt traten in diesem Jahr 405 Fälle auf, davon 75 allein in den vergangenen drei Wochen.
Im Mittelpunkt der Meldungen steht die Altersverteilung: Die meisten Infizierten sind Kinder, viele davon hatten keine Masern-Mumps-Röteln-(MMR-)Impfung erhalten. Von den 602 Erkrankten waren 513 nicht geimpft, was einem Anteil von rund 85 Prozent entspricht. Damit klafft eine deutliche Lücke zur geschätzten Herdenimmunität von etwa 95 Prozent.
Zugleich ist die Belastung für das Gesundheitssystem spürbar: Bislang mussten 49 Personen stationär behandelt werden. Etwa ein Drittel der Erkrankten suchte Notaufnahmen auf, häufig wegen starker Dehydratation infolge von Erbrechen und Durchfall, die als Komplikationen der Erkrankung auftreten können.
In mehreren Fällen wurden jüngste Expositionen in Vorschulen und Grundschulen dokumentiert. Die Verbreitung des Virus scheint sich zunehmend über die allgemeine Bevölkerung zu erstrecken und ist nicht mehr auf eng verbundene Gemeinschaften beschränkt, wie das bei früheren Ausbrüchen oft der Fall war.
Daneben hat der Ausbruch wie berichtet eine landesweite Dimension angenommen: Er ging vor mehr als einem Jahr in Texas los und hat sich seither in mehrere US-Bundesstaaten ausgebreitet, wodurch die Zeitspanne endet, in der Masern in den USA als eliminiert galten. Obwohl in Utah im Durchschnitt etwa 90 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, reicht diese Quote nicht aus, um die notwendige Schutzschwelle zu erreichen.
Unterdessen haben politische Debatten über Impfpflichten die Situation begleitet. Ein Gesetzesvorschlag, der das schulische Opt-out von Impfanforderungen erleichtert hätte, wurde im Frühjahr zur Diskussion gestellt, scheiterte jedoch. Öffentlich geführte Auseinandersetzungen mit impfkritischen Stimmen erschweren nach Angaben lokaler Berichte die Eindämmung des Ausbruchs.