Virginia stimmt über vorübergehende Neuaufteilung der Wahlkreise ab
Wähler entscheiden in einem folgenreichen Referendum, ob Virginias derzeitige Kongresswahlkarten aufgehoben und durch neue ersetzt werden, die den Demokraten deutlich mehr Sitze verschaffen könnten.
Nach Angaben der Berichterstattung steht Virginia an einem politisch bedeutsamen Scheideweg: Die Wähler stimmen darüber ab, ob die bestehenden Kongresswahlkarten, die offiziell keiner Partei einen Vorsprung geben sollen, vorübergehend ausgesetzt und durch Karten ersetzt werden, die laut Befürwortern den Demokraten in der elfköpfigen Delegation einen erheblichen Vorteil bringen könnten.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen heftige politische Kampagnen und prominente Wortführer. Konservative Führungspersonen warnten vor einer als besonders parteiisch kritisierten Neuzeichnung; ehemalige Gouverneure mobilisierten Unterstützer und bezeichneten die Abstimmung als eine der wichtigsten in der Geschichte des Bundesstaats. Daneben argumentieren Demokraten, das Referendum sei eine zeitlich begrenzte Gegenmaßnahme gegen landesweite redistricting‑Strategien republikanischer Regierungen, mit dem Ziel, Verluste bei den bevorstehenden Zwischenwahlen abzufedern.
Nach dem Schritt haben Umfragen eine knappe Führung für die Befürworter der neuen Karten ermittelt: Eine Umfrage der George Mason University in Zusammenarbeit mit der Washington Post weist 52 Prozent Unterstützung gegenüber 47 Prozent Ablehnung aus. Gleichzeitig sehen politische Beobachter in der Volksabstimmung einen Spiegel der nationalen Kämpfe um die Mehrheiten im Repräsentantenhaus, wo schon kleine Verschiebungen bei den Sitzen großen Einfluss auf die parlamentarische Balance haben können.
Zugleich ist die Kampagnenfinanzierung ein zentraler Faktor: Offenliegende Unterlagen zeigen mehr als 64 Millionen US-Dollar an Zuwendungen für Gruppen, die das Referendum unterstützen, gegenüber rund 30 Millionen Dollar für Organisationen, die die Neuzeichnung ablehnen. Demokratische Spitzenpolitiker hoben hervor, ein Ja zur Neuaufteilung sei ein Instrument, um bundesweite redistricting‑Manöver der Republikaner zu kontern und potenzielle Verluste in den Zwischenwahlen zu begrenzen.