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Wisden-Editor rügt England nach 4:1-Auswärtsniederlage in den Ashes scharf

Lawrence Booth kritisiert in den Editor’s Notes der 163. Ausgabe des Wisden Almanack Vorbereitung, Auftreten und den Umgang mit Disziplinvorwürfen als dilettantisch.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Wisden-Editor rügt England nach 4:1-Auswärtsniederlage in den Ashes scharf
Booth macht Führung, Vorbereitung und die verspätete Aufarbeitung eines Vorfalls mit Harry Brook für das Debakel in Australien mitverantwortlich.

Nach Angaben des Wisden-Almanachs zieht dessen Editor Lawrence Booth in den Editor’s Notes der 163. Ausgabe eine vernichtende Bilanz der Ashes-Tour Englands in Australien. England war mit großen Ambitionen angetreten, kehrte jedoch nach einer 4:1-Niederlage zurück, die Booth als Folge mangelhafter Vorbereitung, schwacher Auftritte und einer generellen Unprofessionalität beschreibt. Sein Urteil fällt deutlich aus: Eine Serie, die das Team angeblich prägen sollte, sei in dilettantisches Verhalten verkommen.

Im Mittelpunkt der Kritik steht nicht nur das sportliche Ergebnis. Booth prangert strukturelle Versäumnisse innerhalb des Teams an und moniert Haltung und Verhalten, die er als feckless, reckless and legless bezeichnet. Die Niederlage in Australien ist bereits die vierte Auswärtsserie hintereinander, die England dort verloren hat; für Booth bedeutet das mehr als ein kurzfristiges Scheitern, es sei ein Indiz für tiefere kulturelle und organisatorische Probleme.

Zugleich wendet sich Booth scharf gegen den Umgang des Kaders mit einem vorangegangenen Zwischenfall um den weißen-Ball-Kapitän Harry Brook. Drei Wochen vor dem fünften Test in Perth habe es nach Booths Darstellung ausreichend Zeit gegeben, den Vorfall öffentlich aufzuarbeiten und damit klare Verhaltensstandards zu setzen. Dass dies nicht zeitnah erfolgte, habe zum Vertrauensverlust beigetragen und symbolisiere nach seiner Sicht ein größeres Führungsversagen innerhalb des Teams und seines Managements.

Daneben fällt in den Notes auf, dass keiner der aktuellen englischen Spieler zu den fünf Cricketers of the Year gewählt wurde, obwohl diese Auszeichnung üblicherweise Leistungen der vergangenen englischen Sommersaison würdigt. Stattdessen werden vier indische Spieler für ihre Rolle in der spannenden Serie in England ausgezeichnet; außerdem finden sich in der Auswahl Einzelnominierungen aus Australien und Indien sowie ein heimischer County-Spieler. Diese Auslassung der englischen Akteure unterstreiche für Booth das enttäuschende Gesamtbild der Tour.

Inzwischen blieben die zentralen Verantwortlichen trotz der Kritik vorerst im Amt: Teamkapitän Ben Stokes, Cheftrainer Brendon McCullum und Director of Cricket Rob Key sind nach einer Prüfung durch den England and Wales Cricket Board weiterhin in ihren Positionen. Booths Resümee setzt dennoch ein deutliches Zeichen gegenüber Führung und Management; für ihn offenbare das Tourergebnis grundlegende Defizite, die das internationale Abschneiden des Teams nachhaltig beeinträchtigen könnten.