CF Montreal entlässt Trainer Marco Donadel nach enttäuschendem Saisonstart
Philippe Eullaffroy wird Interimschef, Montreal nach sieben Spielen mit nur drei Punkten gemeinsam am Tabellenende der MLS
- Donadel gewann nur sieben seiner 42 Partien für Montreal
- auch die beiden Assistenten Jacopo Falanga und Lorenzo Pinzauti wurden freigestellt.
Nach Angaben des Vereins hat CF Montreal am Sonntag Cheftrainer Marco Donadel mit sofortiger Wirkung entlassen. Die Entscheidung fiel nach der 1:2‑Niederlage am Samstag gegen die Philadelphia Union, die Montreal gemeinsam mit nur drei Punkten aus sieben Partien ans Tabellenende der MLS setzte.
Im Mittelpunkt der Klubmitteilung steht die Benennung von Philippe Eullaffroy als interimistischem Cheftrainer. Eullaffroy war in diesem Jahr als Assistenztrainer zurückgekehrt und hatte 2010 die Akademie des Vereins gegründet; er soll das Team bis zur Verpflichtung eines dauerhaften Trainers übernehmen.
Gleichzeitig informierte der Klub, dass auch die Assistenztrainer Jacopo Falanga und Lorenzo Pinzauti freigestellt wurden. Damit steht Eullaffroy vorerst mit reduziertem Stab da, während sich Montreal auf das kommende Heimspiel gegen die New York Red Bulls vorbereitet.
Nach dem Schritt, Donadel zu entlassen, weist die Bilanz des Trainers auf anhaltende Probleme hin: In allen Wettbewerben gewann Montreal unter ihm nur sieben von 42 Partien, acht inklusive eines Erfolgs im Elfmeterschießen gegen Toronto FC im Canadian Championship. Donadels Abgang fügt sich in eine Serie kurzlebiger Trainerämter beim Klub ein; seit dem Eintritt in die MLS 2012 hat kein Coach mehr als 92 Spiele geleitet.
Zugleich spiegeln die sportlichen Zahlen die Dringlichkeit der Entscheidung wider. Montréal kassierte in den ersten sieben Begegnungen der laufenden Saison 19 Gegentore; als einziger Sieg steht bislang ein 3:0‑Erfolg gegen die New York Red Bulls zu Buche. Diese Ergebnisse setzen die Personalentscheidung in den Kontext eines Teams, das bereits 2025 zu den schwächsten der Liga zählte.
Unterdessen betreffen die Probleme nicht nur die Trainerbank, sondern auch die Kaderplanung. Nach dem Verpassen der Playoffs 2025 investierte der Klub nur in wenige Transfers von Bedeutung; die teuerste Verpflichtung war Verteidiger Brayan Vera, für den Montreal 1,2 Millionen US‑Dollar in General Allocation Money an Real Salt Lake zahlte. Die weiteren Neuzugänge Iván Jaime und Frankie Amaya kamen auf Leihbasis.
Daneben bleibt die längerfristige Frage der Wettbewerbsfähigkeit unter Eigentümer Joey Saputo offen. Donadels Entlassung markiert einen weiteren Einschnitt in der Klubführung und rückt die Suche nach einer nachhaltigen sportlichen und personellen Lösung wieder auf die Tagesordnung.