Ehemaliger Polizeichef schildert, wie Taskforce den Gilgo-Beach‑Täter ermittelte
Rodney Harrison bündelte eine spezialisierte Taskforce, die Rex Heuermann als Verdächtigen ausmachte; entscheidende Hinweise reichten von einer grünen Pickup‑Beobachtung bis zu mitochondrialen DNA‑Abgleichen.
Nach Angaben des ehemaligen New Yorker Ermittlungschefs Rodney Harrison war er es, der in Suffolk County eine Taskforce zusammenstellte, die letztlich Rex Heuermann als Tatverdächtigen in der Mordserie am Gilgo Beach identifizierte. Heuermann hatte sich in Riverhead schuldig bekannt; Harrison sagte, es sei befriedigend, die langen Ermittlungen nun abschließen zu können.
Im Mittelpunkt der Neuausrichtung stand die Priorisierung eines lange vernachlässigten Falls: Als Harrison 2020 zum Polizeichef berufen wurde, lagen die Funde mehrerer Leichname am Gilgo Beach bereits Jahre zurück. Vier der Opfer — später als Melissa Barthelemy, Maureen Brainard‑Barnes, Megan Waterman und Amber Lynn Costello identifiziert — waren nahe beieinander in ähnlicher Weise abgelegt worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Untersuchung phasenweise nur einen Detective zugewiesen bekommen, was die Suche erheblich behinderte.
Nach dem Schritt, die Ressourcen zu bündeln, rief Suffolk County das FBI hinzu und setzte eine strukturierte Taskforce ein. Die Ermittler gruben frühere Akten intensiver aus und verknüpften Hinweise neu: Ein Wohnungsgenosse einer Vermissten beschrieb einen bedrohlichen Mann und nannte ein grünes Chevrolet Avalanche‑Pickup als entscheidendes Merkmal. Harrison betonte, diese Beobachtung habe den Durchbruch gebracht, weil sie sich mit Verbindungen zu Heuermann habe verknüpfen lassen.
Zugleich kombinierten die Ermittler traditionelle Polizeiarbeit mit forensischen Methoden. Mobilfunkmast‑Daten von Wegwerftelefonen wurden mit geografischen Kontaktmustern zu Sexarbeiterinnen abgeglichen; Kreditkartentransaktionen und Online‑Suchaktivitäten lieferten zusätzliche Anknüpfungspunkte. Ausschlaggebend war nach Darstellung der Taskforce ein mitochondrialer DNA‑Abgleich zwischen Haaren auf einem Stück Sackleinen eines Opfers und DNA, die an einer Pizzakruste am Arbeitsplatz Heuermanns gefunden worden sein soll.
Inzwischen rückte Staatsanwalt Ray Tierney den Fall zur Chefsache, und innerhalb weniger Wochen zeigten die Ermittlungen messbare Fortschritte. Heuermann wurde intern bereits im April 2022 als Person von Interesse geführt; Festnahme und Anklage folgten im Juli 2023. Harrison übte Kritik an früheren Untersuchungen und sagte, eine intensivere Prüfung des grünen Pickups hätte früher erfolgen sollen.
Gleichzeitig wies Harrison pauschale Vorwürfe umfassender Fehlleistung der Suffolk Police zurück, ohne jedoch alarmierende Aspekte in früheren Aussagen der Behörde zu verschweigen. Seiner Darstellung nach gelang die Lösung des Falls durch gezielte Führungsentscheidungen, die Priorisierung der Opferfamilien und die Bündelung forensischer Ressourcen.