Epstein-Überlebende kritisieren Melania Trump nach überraschender Stellungnahme
Mehr als ein Dutzend Überlebende, darunter Angehörige von Virginia Giuffre, werfen der First Lady vor, die Verantwortung auf Opfer zu verlagern, nachdem sie Verbindungen zu Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell bestritten hatte.
Nach Angaben von Klägern gegen Jeffrey Epstein haben mehr als ein Dutzend Überlebende die First Lady scharf angegriffen, nachdem sie eine überraschende Stellungnahme veröffentlicht hatte. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen 13 Überlebende sowie die Schwester und der Bruder der verstorbenen Virginia Giuffre von einer Belastung durch die Forderung nach weiteren öffentlichen Anhörungen und bezeichneten dies als Verlagerung von Verantwortung statt als Suche nach Gerechtigkeit.
Im Mittelpunkt der Kontroverse steht die überraschende Darstellung Melania Trumps, sie habe weder eine Beziehung zu Jeffrey Epstein noch zu dessen Vertrauter Ghislaine Maxwell gehabt. Sie erklärte, kein Opfer Epsteins gewesen zu sein, keine Kenntnis von seinen Verbrechen zu haben und nicht von Epstein mit ihrem Ehemann Donald Trump bekannt gemacht worden zu sein. Aus der Erklärung geht nicht hervor, welche konkreten Anschuldigungen diese Reaktion ausgelöst haben.
Nach dem Schritt der First Lady wiesen die Überlebenden darauf hin, dass viele von ihnen bereits Anzeigen erstattet und vor Gericht ausgesagt hätten. Sie fordern, die Arbeit der Ermittler und die bereits geleisteten Aussagen nicht durch zusätzliche öffentliche Forderungen weiter zu belasten. Ihrer Ansicht nach würde das Drängen auf neue öffentliche Anhörungen die Verantwortung von den Beschuldigten weg auf die Opfer verlagern.
Zugleich reagierten Mitglieder des Weißen Hauses auf die Erklärung. Ein leitender Berater der First Lady äußerte, sie habe sich geäußert, weil genug genug sei und die Lügen beendet werden müssten. Der US-Präsident sagte in einem Interview, er habe nicht gewusst, worüber seine Frau sprechen wolle, und betonte ihr Recht, sich zu äußern. Diese Bemerkungen folgten unmittelbar auf die Verbreitung der Erklärung und die darauffolgende Kritik der Überlebenden.
Inzwischen bleibt unklar, ob die Stellungnahme der First Lady juristische Folgen oder formelle Schritte nach sich ziehen wird. Der öffentliche Austausch besteht derzeit aus den wechselseitigen Erklärungen der beteiligten Parteien; Hinweise auf unmittelbar geplante gerichtliche oder legislative Maßnahmen wurden nicht genannt.