Mann zu lebenslanger Haft verurteilt nach Brandanschlag auf Pro‑Israel‑Demonstranten in Colorado
Das Gericht erklärte den Angeklagten für schuldig; in einer laufenden Bundesanklage bestreitet er Hassverbrechen.
Nach Angaben des Boulder‑Bezirksgerichts ist ein Mann am Donnerstag zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit vorzeitiger Entlassung verurteilt worden. Das Gericht sah ihn für schuldig an, im Juni 2025 einen Brandanschlag auf eine pro‑israelische Demonstration in Boulder, Colorado, verübt zu haben; bei dem Angriff wurde eine 82‑jährige Frau schwer verletzt, später starb sie an ihren Verletzungen. Insgesamt erlitten etwa ein Dutzend Menschen Verletzungen.
Im Mittelpunkt der Verhandlung stand der Angeklagte, Mohamed Sabry Soliman, der während der Urteilsverkündung auf seinen Tisch blickte. Vor dem Landesgericht räumte er die Tat ein, gleichzeitig bestreitet er in einem laufenden Bundesverfahren die gegen ihn erhobenen Vorwürfe von Hassverbrechen. Seine Verteidiger erklärten, die Bundesstaatsanwaltschaft prüfe, ob sie im Bundesverfahren die Todesstrafe beantragen werde.
Nach dem Schritt in den Bundesprozess haben Behörden Angaben zu Solimans Hintergrund gemacht: Er sei ägyptischer Staatsbürger und nach Angaben der Ermittler ohne offiziellen Aufenthaltsstatus in den USA gewesen. 2022 sei er mit seiner Frau und fünf Kindern aus Kuwait eingereist und habe in Colorado Springs in einer Zwei‑Zimmer‑Wohnung gelebt. Den Unterlagen zufolge habe er zu dem Zeitpunkt in verschiedenen gering bezahlten Tätigkeiten gearbeitet.
Vor Gericht wandte sich Soliman — durch einen Dolmetscher — an die Opfer und sprach Entschuldigungen sowie Beileidsbekundungen für den Tod der Frau aus. Er sagte, er suche im Staatsverfahren keine Nachsicht und forderte zugleich, dass die Anklagebehörde im Bundesverfahren die Prüfung der Todesstrafe vorantreibe. Die Söhne des getöteten Opfers hatten zuvor erklärt, der Verurteilte solle keinen Kontakt mehr zu seiner Familie erhalten; sie beschrieben das Leiden ihrer Mutter in den Wochen nach dem Anschlag als unerträglich.
Zugleich bezeichneten Stadtvertreter in Boulder den Angriff als entsetzlich. Lokale Behörden und Bundesermittler führen das Motiv des Anschlags auf eine tatsächliche oder zugeschriebene Verbindung der Opfer zu Israel zurück. Die Verteidigung argumentiert hingegen, dass politische Motive wie Opposition gegen den zionistischen politischen Anspruch nach geltendem Bundesrecht nicht automatisch ein Hassverbrechen begründeten.