Trump greift Papst Leo XIV wegen Kritik an US‑Krieg gegen Iran scharf an
In einer Truth Social‑Mitteilung griff Präsident Donald Trump Papst Leo XIV scharf an, stellte dessen Wahl in Frage und warf ihm politische Schwäche vor.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht eine scharfe Reaktion von Präsident Donald Trump auf die Osteransprache von Papst Leo XIV. In einer Nachricht auf Truth Social kritisierte Trump den Pontifex dafür, dass er den US‑Krieg gegen Iran verurteilt und sich gegen Drohungen ausgesprochen habe, mit denen angeblich eine ganze Zivilisation vernichtet werden könne. Trump schrieb, er wolle keinen Papst, der den Präsidenten kritisiere, und verwies auf das Mandat, für das er gewählt worden sei.
Gleichzeitig stellte Trump die Herkunft und die Umstände der Wahl des Papstes infrage. Er bezeichnete die Wahl Leo XIV als überraschend und zog einen Zusammenhang zwischen seiner eigenen Präsidentschaft und dem Verbleib des Papstes im Vatikan, indem er sagte, der Papst sei nur deshalb gewählt worden, weil er Amerikaner sei. Diese persönliche Zuspitzung unterstrich Trumps scharfe Rhetorik gegenüber dem Kirchenoberhaupt.
Daneben warf Trump dem Papst Schwäche in Innen‑ und Außenpolitik vor: Er kritisierte Leo XIV als weak on crime und weak on nuclear weapons und bemängelte dessen Treffen mit Persönlichkeiten aus dem Umfeld früherer demokratischer Regierungen. In seinem Beitrag nannte Trump konkret David Axelrod, einen früheren Berater von Präsident Barack Obama, und bezog sich damit auf ein jüngeres Zusammentreffen zwischen dem Papst und Axelrod.
Unterdessen hatte Papst Leo XIV in seiner Osterrede eindringlich ein Ende der Gewalt gefordert und zu Dialog statt dominanter militärischer Macht aufgerufen. Er rief dazu auf, Waffen niederzulegen und Friedenswege zu suchen, und betonte die moralische Verpflichtung, Leben zu schützen und diplomatische Lösungen zu verfolgen. Der Papst, der aus Chicago stammt und als erster in den USA geborener Pontifex gilt, hatte zuvor auch wiederholt Kritik an harten Maßnahmen in der Migrationspolitik geäußert und die Forderung nach einer Reform des Einwanderungsrechts unterstützt.
Die Konfrontation zwischen Präsident und Papst verschärft die Debatte über die moralische und politische Legitimität der US‑Militäroperationen gegen Iran und zieht zugleich weltweite Aufmerksamkeit auf sich. Auf eine direkte Reaktion des Vatikans auf Trumps Äußerungen wartet die öffentliche Berichterstattung noch.