Trump lobt Orbán nach Live-Anruf von Vizepräsident Vance in Budapest
Bei einer Kundgebung in Budapest schaltete sich US-Vizepräsident JD Vance per Lautsprecher zu; Präsident Trump lobte Viktor Orbán und stellte dessen Migrationspolitik als Vorbild dar.
Nach dem Schritt, auf der Bühne mit einem Smartphone verbunden, lobte Präsident Donald Trump den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als fantastischen Mann und hob die von ihm gepflegte Beziehung hervor. Vance hatte zuvor versucht, Trump telefonisch zu erreichen und hielt das Telefon ans Mikrofon, sodass Trumps Worte über Lautsprecher in die Menge drangen. Dabei betonte Trump insbesondere Orbáns restriktive Migrationspolitik und zog damit einen impliziten Vergleich zu anderen europäischen Staaten.
Im Mittelpunkt der Reise stand die offen sichtbare Unterstützung zweier hochrangiger US-Vertreter für einen amtierenden ausländischen Regierungschef. Vance reiste erstmals als öffentlicher Amtsträger nach Ungarn; die Aktion zielte darauf ab, Orbáns Wahlkampf zu stärken. Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass das Oppositionsbündnis Tisza in den Tagen vor der Parlamentswahl am 12. April vorn lag, was der US-Unterstützung eine ungewöhnliche Brisanz verleiht.
Daneben ist Orbán seit 2010 Regierungschef und führt die konservative Fidesz-Partei. In europäischen Politikkreisen gilt er als Außenseiter, unter anderem wegen seiner Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin während des Kriegs in der Ukraine. Trumps Hinweis auf Grenzsicherung und strikte Einreiseregeln spielte vor diesem Hintergrund eine zentrale Rolle und warf die Migration erneut als zentrales Wahlkampfthema auf.
Zugleich fiel der Lautsprecherauftritt Trumps in eine Phase, in der der Präsident gegenüber dem Iran eine harte Linie fuhr und mit schweren Konsequenzen drohte, sollte kein Deal zustande kommen. Die parallele Betonung von außenpolitischer Härte gegenüber Teheran und die öffentliche Unterstützung für Orbán verdeutlichen, wie breit die internationale Agenda der US-Führung in dieser Periode war.