US-Heimatschutz erscheint BOLO für Komiker, der Parodie‑Meldeportal zu Einwanderung betrieb
DHS verschickte eine Be on the Lookout‑Meldung wegen einer satirischen Webseite von Komiker Ben Palmer; der Alert warnte vor Online‑Imitationen und ging an lokale Behörden.
Nach Angaben eines von Journalisten eingesehenen Dokuments setzte das US‑Heimatschutzministerium (DHS) eine Be on the Lookout‑Meldung (BOLO) gegen den Komiker Ben Palmer ab. Die Mitteilung, die das DHS‑Büro in Nashville im Februar herausgab, bezog sich auf eine satirische Webseite Palmers, die als angebliches Meldeformular für mutmaßliche Einwanderer gestaltet ist. Das Bulletin warnt vor Nachahmungen offizieller Meldekanäle und listet Material zur Identifikation der Seite.
Zugleich verteilte das Zentrum für Terrorismus‑ und Lageinformationen der Illinois State Police die Meldung an seine Verteilerliste für staatliche und lokale Behörden. Der BOLO enthielt demnach einen Screenshot der Parodie‑Seite, zwei Abbildungen aus Palmers YouTube‑Kanal und ein Foto des Komikers; zum Zeitpunkt der Screenshot‑Erstellung wies sein Kanal rund 807.000 Abonnenten auf. Die Mitteilung war unter der Überschrift Online‑Immigrations‑Imitation eingeordnet und nannte Palmers Website als Mechanismus, der angeblich das Einreichen mutmaßlicher Meldungen simuliert.
Unterdessen wiesen die Dokumente ausdrücklich darauf hin, dass von Palmer keine unmittelbare Gefahr für Leben oder Infrastruktur ausgehe. Zwar verwendet die Webseite Formulierungen wie offizielles Berichtformular und suggeriert, Meldungen würden über behördliche Kanäle weitergeleitet, zugleich enthält die Datenschutzerklärung jedoch einen Hinweis, dass es sich um Parodie handelt. Ein DHS‑Sprecher erklärte, das Dokument diene der Aufklärung und Sensibilisierung und begründete damit das Fehlen einer laufenden Ermittlungsmaßnahme gegen die Person.
Daneben wurde der BOLO öffentlich, nachdem die Rechercheorganisation Injustice Watch die Mitteilung im Rahmen einer Akteneinsicht erhielt. Es blieb unklar, wie weit die Meldung über die ursprünglich genannten Verteiler hinaus in andere Behörden gelangte. Palmer sagte, er habe erst von einem Journalisten von dem Alert erfahren und wertete die Erwähnung durch das Ministerium als eine Art Auszeichnung für seine Arbeit, zeigte sich aber auch besorgt über mögliche Eskalationen. Ein ehemaliger ICE‑Feldchef bemerkte, BOLOs würden üblicherweise bei ernsten Gefährdungen eingesetzt, weshalb die Ausgabe einer solchen Meldung in diesem Fall ungewöhnlich erscheine.