Vizepräsident Vance: Der Ball liegt im iranischen Feld — US-Blockade der Straße von Hormus tritt in Kraft
Nach gescheiterten Gesprächen in Islamabad fordert Vance konkrete Schritte Teherans; die USA haben Schiffe in der Straße von Hormus gestoppt.
Nach Angaben des US‑Vizepräsidenten JD Vance liegt der nächste Schritt für die Friedensverhandlungen eindeutig bei Iran. Vance sagte in einem Fernsehinterview nach seiner Rückkehr aus Islamabad, die US‑Delegation habe bereits substanzielle Zugeständnisse vorgelegt; nun müsse Teheran reagieren, damit die Gespräche fortgeführt werden könnten.
Im Mittelpunkt seiner Kritik stand die weiter eingeschränkte Passage durch die Straße von Hormus. Vance erklärte, die Vereinigten Staaten hätten begonnen, Schiffe daran zu hindern, iranische Häfen innerhalb der Meerenge anzulaufen oder zu verlassen. Diese Maßnahme solle Druck auf Teheran ausüben, die Seewege vollständig zu öffnen — eine Bedingung, die Teil der jüngst vereinbarten 14‑tägigen Feuerpause gewesen sei.
Nach dem Schritt der US‑Regierung betonte Vance, die Öffnung der Straße von Hormus sei eine zentrale Voraussetzung für den weiteren Verlauf der Verhandlungen. Er warf Iran vor, während der Gespräche versucht zu haben, die Verhandlungsbedingungen zu verschieben, und machte deutlich, dass die bislang unzureichende Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs die Verhandlungsdynamik grundlegend verändern würde, falls sich daran nichts ändere.
Zugleich bekräftigte Vance die Kernforderungen Washingtons: Angereichertes Uran müsse aus Iran entfernt werden und verlässliche Verifikationsmechanismen seien nötig, um auszuschließen, dass Teheran nukleare Waffen erwerbe. An diesen roten Linien lasse sich kein Abkommen ausrichten, das die nationale Sicherheit der USA akzeptabel gewährleiste, so seine Darstellung.
Insgesamt bewertete der Vizepräsident die Talks in Islamabad als teilweise erfolgreich, nannte sie jedoch nicht ausreichend für ein endgültiges Abkommen. Er registrierte Fortschritte in einzelnen Punkten, betonte aber, dass die iranische Seite nicht weit genug gegangen sei; deshalb sei die US‑Delegation vorerst nach Washington zurückgekehrt.
Daneben bleibt unklar, ob und wann neue Verhandlungsrunden zustande kommen. Vance fasste die Lage knapp zusammen: Der Ball liege im iranischen Feld. Die US‑Führung verknüpft die Aussicht auf ein für beide Seiten vorteilhaftes Abkommen ausdrücklich mit konkreten Schritten Teherans, insbesondere der vollständigen Öffnung der Seewege und der Umsetzung der von den USA geforderten Abrüstungs‑ und Kontrollmaßnahmen.